I feel well.
„Hast du Lust in 5 Wochen einen Halbmarathon zu laufen?“. Eigentlich eher nein, aber ich lass mich irgendwie gerne in Dinge reinquatschen und mich herausfordern – also habe ich mich 5 Wochen vor dem Lauf um 1:30 in der Nacht ohne Sinn und Verstand angemeldet. Man muss dazu wissen, dass ich zu diesem Zeitpunkt (wenn ich überhaupt mal laufen war) immer nur um die 3-5 Kilometer gelaufen bin. Das ist natürlich absolut keine gute Grundlage um in knapp einem Monat plötzlich 21km zu laufen. Aber hey, no risk no fun. (Please don’t try this at home!)
Heute sehe ich das etwas anders. Ich bin super stolz auf mich, dass ich das durchgezogen und geschafft habe. Hätte ich mir selbst im Leben nicht zugetraut. Die unerfahrene Läuferin, die ich zu diesem Zeitpunkt war, hatte natürlich auch keine Ahnung WIE groß die Belastung auf meinen Körper bei so einem Trainingspensum tatsächlich sein würde. Die Quittung dafür erhielt ich dann am Tag des Races selbst. Ab Kilometer 18 ging gar nichts mehr – Läuferknie.
Um es ganz kurz runterzubrechen: Das Läuferknie (Runner’s Knee) oder Iliotibialband-Syndrom (ITBS) ist ein Schmerzsyndrom welches vor allem durch Überbeanspruchung und eine damit einhergehende Verkürzung des Iliotibialbands oder Fehlbelastung auftritt. Dafür reicht übrigens auch eine einmalige zu hohe Belastung. Zur besseren Verständlichkeit eine Erklärung des Begriffs: das Ilium ist ein Teil des Beckenknochens, die Tibia der Schienbeinknochen im Unterschenkel. Das Ilio-Tibial-Band ist also ein kräftiges Band, welches von einem zum anderen beschriebenen Knochen verläuft. Sein Ansatz ist kurz unterhalb der Knieaußenseite am Schienbein – dort wo es am Ende auch wehtut.
Laufen ist eine dynamische Sportart mit einer hohen Wiederholungszahl aller gleichförmigen und sehr einseitigen Bewegungen in Hüftgelenk, Kniegelenk und Sprunggelenk. Bei einer Fehlbelastung durch einseitig schwache Muskulatur wirken die Zug- und Druckkräfte 75 bis 90 Mal pro Minute auf das Kniegelenk. Das führt dauerhaft zu einer Überbelastung, Reibung von Iliotibialband auf den seitlichen Vorsprung des Oberschenkelknochens und folgenden Reizzuständen in diesem Bereich und damit zu den typischen Symptomen eines Läuferknie’s. Mitbetroffen können aber auch der Schleimbeutel (wie bei mir) und die Knochenhaut des Oberschenkelknochens sein.
Ein relativ sicheres Symptom zur Diagnose vom Läuferknie ist der stechende Schmerz an der Außenseite des Knies.
Ich war bei unterschiedlichen Ärzten, da die Behandlungsmethoden bei mir teilweise nichts gebracht haben und ich noch andere Meinungen hören wollte. Meist wurde das Knie abgetastet – den entzündeten Schleimbeutel konnte man ganz gut spüren. Bildgebende Verfahren werden in der Regel nur gemacht um andere Verletzungen auszuschließen.
Nur um es kurz festzuhalten – das sollen keine Therapievorschläge meinerseits sein. Es ist lediglich das was mir Ärzte aufgrund von meinen Symptomen empfohlen haben. Jedes Läuferknie ist super individuell – mach also nicht einfach irgendwas von dem was mir geholfen hat, sondern besprich das vorher unbedingt mit deinem Arzt (vor allem was Medikamente etc. betrifft).
Am Ende kannst du nur ausprobieren, was für dich funktioniert. Für mich war es eine Mischung aus Schmerztabletten-Kur, Pause und Stabi Training. Wie du nach eine langen Pause am besten wieder ins Laufen einsteigst findest du übrigens in diesem Artikel.
Abschließend kann ich dir nur ans Herz legen, gut auf deinen Körper aufzupassen und geduldig mit ihm zu sein. 🙂 Kein Race oder Wettkampf oder Challenge für dich selbst ist es wert die Gesundheit zu vergessen, unvernünftig zu sein um dann monatelang keinen Sport machen zu können
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