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„Es tut mir leid, Sie haben Aufschieberitis.“

4. Februar 2017

Surprise, surprise es ist mal wieder Prüfungszeit in der Uni. Das bedeutet jeden Tag um 7.30 aufstehen, frühstücken, Jogger an und ab in die Bib bis es dann um 18.00 zu Hause Abendbrot gibt und ich direkt schlafen gehe. In meiner Vorstellung klingt das total super, wäre da nicht die neue Staffel von New Girl, plötzlich ganz viele alte Kameras auf dem Dachboden die inspiziert werden müssen, das neue Buch, der Abwasch und die dreckigen Fenster. Ich finde auf einmal trilliarden Gründe nicht lernen zu müssen. Ich mein, HALLO, die Fenster können unter GAR KEINEN UMSTÄNDEN eine weitere Woche nicht geputzt werden !!! Es ist leider jedes Semester dasselbe, und ich befürchte ich bin nicht die einzige mit der Diagnose „Aufschieberitis“.

Jedes Semester aufs Neue bin ich verblüfft wie andere es schaffen 8 Stunden am Stück zu lernen, danach zum Sport zu gehen, zu kochen, den Haushalt zu machen und am besten noch eine neue Sprache zu lernen. Langsam verfestigt sich der Glaube in mir, dass ich der einzige Mensch mit nur 24 Stunden am Tag bin. Es gibt keine andere Erklärung.

Oder vielleicht doch ? Was, wenn diese Menschen ihre Zeit einfach effektiver planen? Überhaupt planen!? Wenn sie sich Prioritäten setzen und diese sogar einhalten. Ich kann nicht glauben, dass es mich fast 24 Jahre gekostet hat, herauszufinden wie gut ich to-do Listen finde und wie sinnvoll diese sind. Gestern noch verhöhnt, sowas braucht nur meine Oma um nicht wieder zu vergessen, dass wir am 1. Weihnachtsfeiertag zu ihr essen kommen und ihr plötzlich nur noch ca 12 Stunden bleiben, bis das Essen auf dem Tisch stehen soll, bin ich heute ein großer Fan von diesen Listen.

Organisation ist vor allem in einer stressigen Zeit das A und O. Letztes Semester habe ich mich gefeiert,wenn ich während der Prüfungszeit 2 Sachen an einem Tag geschafft habe – lernen und Müll runterbringen. Heute bin ich soviel produktiver, was mich wiederum sehr motiviert und mich NOCH produktiver werden lässt (- an dieser Stelle würde ich sehr gerne einen coolen Smiley mit Sonnenbrille einfügen).

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Notebook von Anothernext

Ich habe mir also angewöhnt, jeden Abend bevor ich schlafen gehe, mein Handy zu zücken und in meine to-do-Listen-App alles mögliche für den nächsten Tag aufzuschreiben. Dabei schreibe ich auch Dinge wie saugen, Wäsche waschen und so weiter auf. Dinge die eigentlich nicht viel Zeit kosten, mir aber beim abhaken das Gefühl geben heute schon so einiges geschafft zu haben. Wirklich wahr. Letzte Woche wollten die Heizungsfritzen zum ablesen kommen. Ich habe also bis um 10 die komplette Wohnung aufgeräumt, gesaugt, die Heizungen ablesen lassen und Pakete zur Post gebracht und ich kann euch sagen, dass sich das für einen kleinen Fauli wie mich echt gut anfühlt 😀 Mit dieser Motivation habe ich viel mehr Lust mich dann an meinen Unikram zu setzen und bis 16.00 zu lernen. Danach hab ich immer noch so viel Zeit für Dinge die Spaß machen wie zum Sport zu gehen, Freunde zu treffen und 30 Minuten Klavier zu üben. Und plötzlich gehöre ich auch zu diesen Menschen die gefühlt 50 Stunden am Tag Zeit haben alles zu erledigen.

So wie ich meinen nächsten Tag plane, plane ich auch die kommende Woche. Natürlich kann man nicht immer alles durchplanen, und eigentlich will ich das auch nicht, aber wenn es mir dadurch leichter fällt alles zu erledigen nehme ich das gerne an. Dazu kommt, dass ich ein absoluter Freak was Terminplaner betrifft bin. Ich L-I-E-B-E es einen neuen Planer voll zuschreiben. Alle Termine, Geburtstag, Reisen mit jeweils einer Farbe – genau mein Ding! So freue ich mich jeden Sonntag darauf, mir die kommende Woche anzugucken, zu überlegen wann ich arbeiten muss, wann ich zum Sport kann oder Zeit für Freunde habe um mir meine 24 Stunden so gut wie möglich einzuteilen.

So kann man das ganze immer weiter und langfristiger führen. Ich habe zum Beispiel für 2017 keine „Vorsätze“, dafür habe ich mir überlegt was ich in diesem Jahr erreichen und erleben will. Zu meinen Plänen werde ich nochmal einen separaten Post schreiben – heute geht es ja um das Prokrastinieren, welches ich in den letzten Jahren nahezu perfektioniert habe. Meine Tipps für mehr Produktivität sind also ganz einfach :

  1. To-Do Listen für den anstehenden Tag. Dabei nicht nur lernen oder arbeiten aufschreiben, sondern auch Sachen die Spaß machen oder Kleinigkeiten die nicht lange dauern und trotzdem gerne aufgeschoben werden. Wenn mir die Motivation fehlt, schau ich dann auf die Liste und suche mir das aus was mir jetzt am ehesten Spaß macht oder schnell geht.
  2. Die kommende Woche planen um den Überblick zu behalten was alles ansteht bzw. alles besser einzuteilen um nicht am Montag tausend Termine zu haben und Mittwoch herumzusitzen weil man nicht weiß was man machen soll.
  3. Freiraum für schöne Sachen lassen, denn nichts ist ernüchternder wenn man weiß man wird die kommenden 7 Tage von 8-18.00 in der Bib mit Zivilrecht verbringen. Es gibt Leute die können das, ich nicht, deswegen fange ich lieber früher an zu lernen um am Tag auch noch schöne Sachen machen zu können, selbst wenn es nur Klavier üben, fotografieren oder irgendetwas anderes ist.

Mir hat das sehr geholfen entspannter durch die Prüfungsphase zu kommen und dabei noch produktiver zu sein. In diesem Sinne – frohes Schaffen!

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In Kooperation mit Anothernext.

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